Der April präsentierte sich untypisch beständig: Statt wechselhafter Witterung herrschte stabiles Hochdruckwetter mit milden Tagestemperaturen bis 22 °C und kühlen Nächten teils nahe dem Gefrierpunkt. An bestimmten Standorten war morgens zum Teil Raureif zu beobachten. Mit einer Abweichung von +2 Grad zum langjährigen Mittel und lediglich 16,8 l/m² Niederschlag (Mittel: 70 l/m²) an der Wetterstation Straß war der Monat April deutlich zu warm und zu trocken. Starke Sonneneinstrahlung und Wind verstärkten die Gesamtverdunstung, was zu einer raschen Abtrocknung der oberen Bodenschichten führte. Der trockene Winter und der bislang regenarme Verlauf des Frühjahrs deuten darauf hin, dass die Wasserversorgung auch in tieferen Bodenschichten mit einem gewissen Defizit in die Saison startet.
Der Schnittzeitraum erstreckte sich von Anfang März („Hallertauer Tradition“) bis zur dritten Aprilwoche (Landsorten wie „Tettnanger“). Die trockenen Bodenverhältnisse ermöglichten einen reibungslosen und termingerechten Abschluss der Frühjahrsarbeiten, gefolgt vom Anleitbeginn ab der dritten Aprilwoche. Trotz hoher Tageswerte dämpften die kühlen Nächte den Vegetationsvortrieb, was zu einer insgesamt guten Bestandsentwicklung mit leichtem Vorsprung führte. Während der Infektionsdruck durch den Falschen Mehltau (Primärinfektion) minimal blieb, trat der Erdfloh flächig auf und sorgte für teils erheblichen Lochfraß.
Text: Daniel Hagl und Dr. Michael Cieslak, LTZ Tettnang