Detail

Pflanzenstand in Tettnang (Stand: 29.05.2026)

1. Witterung

Im ersten Drittel des Monats bestimmte mildes Wetter das Geschehen, das durch eine kurze Regenphase zwischen dem 5. und 7. Mai unterbrochen wurde. Pünktlich zum 11. Mai sorgten die Eisheiligen für eine deutliche Abkühlung und weitere Niederschläge. Dabei sanken die Temperaturen in der Nacht stark ab und lagen deutlich unter 5 °C. Mitte des Monats stiegen die Werte langsam wieder an, bevor sich ab dem letzten Maidrittel trockenes und hochsommerliches Wetter mit Temperaturen um 30 °C einstellte. Die Niederschlagsmenge im Anbaugebiet Tettnang lag mit 59,4 l/m² deutlich unter dem langjährigen Mittel von 103,5 l/m² und war damit um circa 43 % niedriger. Die Durchschnittstemperatur lag bei 13,9 °C (langjähriges Mittel: 12,9 °C). Die Maximaltemperatur erreichte 30,7 °C, während die Minimaltemperatur bei 1,8 °C lag.

2. Wachstumsstand

Die Bestände im Anbaugebiet entwickelten sich allgemein gut. Das Wachstum wurde während der kühlen Phase zur Monatsmitte zwar etwas ausgebremst, legte nach den Niederschlägen und mit den steigenden Temperaturen jedoch deutlich zu. Insgesamt ist die Entwicklung der Bestände der normalen Entwicklung um etwa eine Woche voraus.

3. Kulturmaßnahmen

Die Frühjahrsarbeiten konnten aufgrund der langen Trockenphasen und des gemäßigten Wachstums alle rechtzeitig abgeschlossen werden. In der ersten Maidekade wurde mit dem ersten Anackern der früh geschnittenen Sorten begonnen, aber auch alle anderen Sorten wurden im Laufe des Mais zugeackert. Die letzten Bestände der Sorte „Tettnanger“ wurden im letzten Maidrittel angeleitet.

4. Auftreten von Krankheiten und Schädlingen

Der Peronospora-Warndienst begann am 11. Mai 2026. Peronospora-Primärinfektionen in Form von „Bubiköpfen“ traten im Anbaugebiet moderat auf. Die kühle und regnerische Periode um die Monatsmitte führte zur Ausbildung und Sporulation von Primärinfektionen. Am 22. Mai erfolgte aufgrund eines starken Anstiegs der Sporangienzahlen in den Sporenfallen der erste Warnaufruf gegen Peronospora sekundär. Befall durch Echten Mehltau war im Mai noch nicht zu verzeichnen.

Der Erdfloh trat in diesem Jahr aufgrund der trockenen Witterung vermehrt in Erscheinung. Erste Aphisfliegen konnten ab Anfang Mai beobachtet werden. Die kühle Wetterlage Mitte des Monats sowie die kalten Nachttemperaturen hielten den Zuflug bislang jedoch in Grenzen. Bei bestimmten Lagen stand die Blattlausbehandlung aber Ende Mai kurz bevor. Bislang machten sich die Spinnmilben unter diesen Umständen kaum bemerkbar. Das heiße Wetter Ende Mai bot dem Schädling jedoch optimale Entwicklungsbedingungen.

Entsprechend einem Monitoring für den Y-Eulenfalter in der Tettnanger Region wurden in diesem Jahr bislang keine Falter gefunden, weshalb man derzeit auch keine Gefahr durch Erdraupen dieser Art befürchten muss.

Text: Daniel Hagl und Dr. Michael Cieslak, LTZ Tettnang